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Wissens-Thek > Rechentechnik in der DDR


Die Entwicklung der Rechentechnik in der ehemaligen DDR



Nach dem Kriegsende 1945 und der anschließenden Demontage der Betriebe der Schreib- und Rechenmaschinenherstellung durch die sowjetische. Besatzungsmacht, wurden mit den übrig gebliebenen Maschinen und trotz Materialknappheit wieder die Produktion von Schreib- und Rechenmaschinen begonnen.

Die Geräte entsprachen im wesentlichen dem Vorkriegsniveau. Es waren Addier- und Subtrahiergeräte, Vierspeziesrechner, Buchungs- und Fakturiermaschinen, sowie Halb- und Superautomaten.

Die wichtigsten Produzenten um 1950 waren damals unter anderem folgende Betriebe:

Rheinmetallwerke in Sömmerda, wurden ab 1952 zu VEB Büromaschinenwerke Sömmerda (Warenbezeichnung ab 1962 "Soemtron").
Olympia-Werke in Erfurt, Umbenennung in Optima - Büromaschinenwerke (Warenbezeichnung "Optima").
Archimedes-Werke in Glashütte/Sa
Mercedes-Büromaschinenwerke AG in Zella-Mehlis, einige Jahre später Büromaschinenwerke Zella-Mehlis (Warenbezeichnung "Cellatron")
Wanderer-Werk, sowie Astra-Werk in Chemnitz, ab 1953 Zusammenlegung zum Büromaschinenwerk und ab 1954 als Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt (Warenbezeichnung ab 1959 "Ascota").

In den Folgejahren wurden Betriebe umprofiliert, bzw. es entstanden neue Werke und Kombinate, wie z.B.

1957 der Hersteller "Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt", der sich zu einem maßgebenden Produzenten für elektronische Geräte und EDV-Anlagen entwickelte.
In den Jahren 1969 und 1970 Bildung des Kombinates "Robotron Dresden", später Standort zur Entwicklung und zum Zentrum der Rechner- und Computerindustrie. Zum Kombinat "Robotron" gehörte auch der Betrieb "Messgeräte Otto Schön" in Dresden,
vormals Funkwerk Dresden, ehemals Mende.

Am 01.01.1970 Bildung des Kombinates "Funkwerk Erfurt", u.a. mit den Betriebsteilen "Funkwerk Erfurt" und "Röhrenwerk Mühlhausen/Th". Einige Jahre später entstand das "Kombinat Mikroelektronik" mit Hauptsitz in Erfurt

Nach 1950 vollzog sich ein rascher Aufschwung in der Herstellung von Rechengeräten. Schrittweise wurden die mechanischen Geräte durch elektromechanische abgelöst.

Die Gründung volkseigener Industriebetriebe und die Bildung der unterschiedlichen Großhandelskontore erforderten eine schnelle Informationsverarbeitung von Daten für die Planung, Abrechnung, Lohnberechnung und in der Materialwirtschaft. Die zum damaligen Zeitpunkt gebauten Geräte waren hierbei überfordert.

So wurden um 1955 im Büromaschinenwerk Sömmerda die ersten Lochkartengeräte auf Basis des Hollerith-Systems gebaut. Die Lochkartentechnik um 1890 von dem deutsch-amerikanischen Ingenieur Dr. Hermann Hollerith erfunden und stets weiter entwickelt, hielt um 1920 ihren Einzug in Deutschland. Größere Industriebetriebe mit vielen zu verarbeitenden Daten führten jahrzehntelang auf den von der IBM-Gesellschaft gemieteten Geräten und Tabelliermaschinen ihre Abrechnungen durch. Als Datenträger diente die Lochkarte in unterschiedlichen Formen.

Der auch als Datenträger bekannte Lochstreifen (auch Lochband genannt), hauptsächlich in der Fernschreibtechnik angewandt, war ebenfalls weit verbreitet. Rechengeräte wurden zunehmend für die Lochstreifentechnik entwickelt.

Ab 1955 folgten auch schon Rechner mit Elektronenröhren und Selengleichrichtern, die nach kurzer Zeit durch Geräte mit modernen Halbleiterbauelementen ersetzt wurden. In der Folgezeit lösten Magnetbänder, Magnetplatten, sowie Magnetbandkassetten und Disketten die Lochkarten und Lochstreifen als Datenträger ab.

Man teilte dementsprechend die Rechner auch in Generationen ein. Aufgrund der Vielzahl der gebauten Geräte und Anlagen kann nur eine grobe Übersicht über die wichtigsten Vertreter der einzelnen Generationen dargestellt werden.

Teil 1: Datenerfassungs- und -verarbeitungsgeräte sowie Computer


Elektromechanische Rechenmaschinen (Lochkartentechnik)

Im Büromaschinenwerk Sömmerda wurden Lochkartenmaschinen gebaut. Sie bezogen sich auf die 80-spaltige Lochkarte und beruhten auf dem elektromechanischem Prinzip. Zur Lochkartentechnik gehörten Magnetlocher, Magnetprüfer, Sortiermaschine und Tabelliermaschine sowie als Zusatzgerät der Summenstanzer. Es konnten nur numerische Daten eingegeben werden.


Magnetlocher

Mit dem Lochen begann das maschinelle Aufbereiten der Daten. Angaben aus den Belegen wurden mit Hilfe des Magnetlochers in die Lochkarte übertragen.


Magnetprüfer

Die einwandfreie Übereinstimmung der Kartenlochungen mit den Werten der entsprechenden Belege wurde mit Hilfe des Magnetprüfers, der die Karten spaltenweise abtastete, von einer anderen Datenerfasserin kontrolliert, womit die notwendige
Sicherheit für die folgenden Arbeiten gewährleistet war.


Sortiermaschine

Nach dem Lochen und Prüfen umfasste die nächste Stufe das Sortieren (Ordnen) der Karten. Diese Aufgabe wurde von der Sortiermaschine übernommen. Sie ordnete die zur Auswertung bestimmten Lochkarten, brachte sie in die gewünschte sinnvolle Reihenfolge und schaffte damit die Voraussetzung für einen weiteren rationellen und präzisen Arbeitsablauf.


Tabelliermaschine

Die Tabelliermaschine diente zur Auswertung der 80-stelligen Lochkarte für statistische und kommerzielle Abrechnungsarten.

Sie war mit 17 Zählwerken zu 12 Stellen ausgestattet. Mit allen Zählwerken konnte senkrecht und quer addiert, subtrahiert und saldiert werden. Die Programme waren mit Hilfe leicht auswechselbarer Schalttafeln und Umstöpseln von Leitungen zu erstellen. Die Druckleistung der Daten betrug 9000 Karten pro Stunde oder 2,5 Sekunden pro Lochkarte.


Die Multiplikation einer 4-stelligen Zahl dauerte immerhin 4 Sekunden.
Durch das Umsortieren der Lochkarten nach festgelegten Ordnungsmerkmalen (Artikel-Nr., Betriebs-Nr., Kunden-Nr., usw.) konnten die unterschiedlichsten Auswertungen (Ausdruckung von Listen in 1-3 facher Ausfertigung) an der Tabelliermaschine vorgenommen werden.

Die Anwendung der Lochkartentechnik brachte eine erhebliche Einsparung von Arbeitsplätzen in den Verwaltungsbereichen und eine kürzere Bereitstellung umfangreicher Daten gegenüber der manuellen Erstellung.

In den nachfolgenden Jahren wurden die Lochkartenmaschinen durch qualitativ leistungsstärkere Motorlocher, Motorprüfer, Sortiermaschinen, Tabelliermaschinen und Summenkarten-Stanzer verbessert.


Elektromechanische Großrechner

Im Jahre 1955 wurde in Jena die erste Großrechenanlage der DDR, die OPREMA (Optik- Rechenmaschine) gebaut. Sie war ausgestattet mit 17.000 polarisierten Relais, 90.000 Selengleichrichtern und 500 Kilometern Leitungsmaterial. Mit 40 Watt hatte sie einen äußerst geringen Energiebedarf. Ein besonderes Impulsverfahren bewirkte, dass die Relais nur in spannungsfreiem Zustand geschaltet wurden, dadurch erhöhte sich ihre Lebensdauer. Diese Rechenanlage erreichte ca. 2 Rechenoperationen pro Sekunde. Trotzdem ersetzte sie 120 qualifizierte Arbeitskräfte.


Elektronische Rechner der 1. Generation

  • Einsatz von Elektronenröhren, Dioden, Magnettrommeln
  • Die Operationszeiten dieser Rechner liegen im Millisekundenbereich.


Rechenmaschine D1

Die erste elektronische Rechenmaschine D1 war 1956 einsatzfähig. Sie war das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen der Mitarbeiter der Technischen Hochschule Dresden und des Funkwerkes Dresden. Ausgestattet mit 760 Elektronenröhren, 1000 Selengleichrichtern und 100 Relais führte sie pro Sekunde schon 100 Rechenoperationen durch. Bereits ein Jahr später folgte die wesentlich leistungsstärkere D2, die 1400 Röhren, 2000 Dioden und 100 Relais enthielt. Ihre Rechengeschwindigkeit betrug 1000 Operationen pro Sekunde. Die Entwicklung wurde in den Folgejahren weitergeführt bis zum transistorisierten Kleinrechner D 4 a.


Der Elektronenrechner ASM 18

Als Zusatzgerät zur Lochkartentechnik wurde der Elektronenrechner ASM 18 (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren mit einem Resultat von 18 Stellen) vom VEB Elektronische Rechenmaschinen Chemnitz entwickelt und vom Büromaschinenwerk Sömmerda vertrieben. In Verbindung mit einer Tabelliermaschine oder dem Kartendoppler der Firma Bull stellte der ASM 18 eine notwendige Ergänzung zur Lochkartentechnik dar. Er war mit 350 Elektronenröhren bestückt und arbeitete im Dualsystem. Die Programmierung erfolgte mittels Stecktafeln. Der Anwendungsbereich war durch die fehlende Divisionsoperation begrenzt (nur mit Reziprokwert möglich). Für eine Rechenoperation wurde eine Rechenzeit von 50 ms bei einfacher Multiplikation benötigt. Die Leistungsaufnahme betrug etwa 2,7 KW und er wog 250 kg.


Ziffernrechenautomat ZRA 1

Ab 1956 entwickelt und 1961 betriebsbereit war er ein programmgesteuerter Ziffernrechenautomat mittlerer Geschwindigkeit, hergestellt vom VEB Carl Zeiss Jena. Die Anlage bestand aus Eingabegerät, Kommandopult, Ausgabegerät, Rechenschrank, Stromversorgungsteil und einem zentralen Netzgerät. Die Eingabe der Rechenprogramme geschah mittels Lochkarten.

Als Hauptspeicher diente eine Magnettrommel mit einer Speicherkapazität von 4096 Worten. Die Magnettrommel drehte sich mit 12.000 U/min., so dass sich eine mittlere Zugriffszeit von 2,5 ms ergab.

Die gesamte logische Struktur des Rechen- und Leitwerkes gründete sich beim ZRA 1 auf die Ferritkerntechnik. Dadurch wurde eine hohe Betriebssicherheit erreicht.

Die mittlere Rechengeschwindigkeit des Gerätes betrug 150 bis 200 Operationen/sek. Der Rechner war ausgerüstet mit 770 Röhren, 12.000 Germanium-Dioden und 8.500 Ferritkernen.



programmgesteuerter Rechner für Lochkarten PRL

Als weiterer elektronischer Rechner gehörte zur ersten Generation der programmgesteuerte elektronische Rechner für Lochkartenmaschinen, der PRL. Im ehemaligen Betrieb Elektronische Rechenmaschinen Chemnitz wurde er 1959 fertiggestellt. Er war ausgestattet mit 2.600 Röhren, zusammengefasst in einer Steckeinheit. Die Ein- und Ausgabe erfolgte über Lochkarten. Obwohl sich dieser Rechner in der Praxis gut bewährte, wurde er nur einmal gebaut, da zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung bereits Halbleiter, wie Transistoren und Dioden die Elektronenröhren ablösten.


Elektronische Rechner der 2. Generation


  • Operationszeiten: Milli- und Mikrosekundenbereich
  • Mit dem Einsatz von Transistoren und Ferritkernspeichern begann nach 1960 die 2. Rechnergeneration.


Cellatron SER 2

Der elektronische Kleinrechenautomat "Cellatron" SER 2 aus Zella-Mehlis war ein programmgesteuerter Vier-Spezies-Rechner für ökonomische und wissenschaftliche Berechnungen. Für sämtliche Operationen wurden nur 11 Befehle benötigt. Durch diese einfache Befehlsliste wurde die Programmierung wesentlich erleichtert.
Datenein- und -ausgabe erfolgten über eine elektrische Schreibmaschine.
Die Recheneinheit, welche mit ca. 750 Transistoren und 2.500 Dioden bestückt war, benötigte für eine Multiplikation 280 ms.


R 100

Dieser Rechner wurde speziell für Lochkartenstationen entwickelt. Als Ein- und Ausgabemedium dienten Lochkarten. Als volltransistorisierter Digitalrechner mit 3000 Transistoren und 6700 Dioden ausgestattet erreichte er eine Arbeitsgeschwindigkeit von 140 Operationen pro Sekunde. Sein Einsatz erfolgte hauptsächlich für Lohnrechnungen der Betriebe und für wissenschaftliche Berechnungen.
Der Nachteil lag in dem nicht integrierten Anschluss eines Druckers.


R 300


Mit dem Einsatz der elektronischen Datenverarbeitungsanlage R 300 begann ab Mitte der 60er Jahre die breite Anwendung der elektronischen Datenverarbeitung in der DDR. Der R 300 aus Chemnitz war nach dem Baukastenprinzip aufgebaut und dadurch sehr flexibel.

Die wichtigsten Geräte waren:

  • Zentraleinheit
  • Bedienpult mit Schreibmaschine
  • Lochkartenlesegerät
  • Lochkartenausgabegerät
  • Lochbandleser und- stanzer
  • Magnetbandeinheit
  • Schnelldrucker
  • Ferritkernzusatzspeicher.



Die Zentraleinheit als Kernstück der Anlage enthielt das Steuerwerk, das Rechenwerk, den Hauptspeicher und die Ein- und Ausgabekanäle für die peripheren Geräte. Der Hauptspeicher verfügte über 40.000 Speicherplätze und konnte mit maximal 4 Magnettrommeln, die als Zusatzspeicher dienten, erweitert werden.
An das Steuerwerk konnten bis zu 8 Magnetbandspeichergeräte angeschlossen werden.
Für den Programmablauf war es wichtig zu wissen, dass nach dem Einadress-System gearbeitet wurde.
Die Steuerung der Anlage erfolgte von einem übersichtlichen Bedienungspult aus. Über die elektrische Schreibmaschine wurde das Programm-Protokoll erstellt.
Die Länge eines Magnetbandes betrug etwa 750 Meter. Es wurde an der Anlage eine Arbeitsgeschwindigkeit von 0,2 ms erreicht.


C 8205


Diese elektronische Kleinrechenanlage wurde in Zella-Mehlis hergestellt und kam 1969 zum Einsatz.

Der Speicher war mit einer Magnettrommel ausgerüstet und hatte eine Kapazität von 4096 Worten zu 33 Bit, d.h. 135.168 Dualstellen. Seine Arbeitsgeschwindigkeit betrug 1.900 Rechenbefehle je Sekunde.

Die Eingabe- und Ausgabe erfolgte über Lochstreifen. Dabei betrug die Rechenzeit für eine Multiplikation etwa 15 ms.


Elektronischer Analogrechner EAR


Als weiterer elektronischer Rechner der 2. Generation zählte noch der elektronische Analogrechner EAR der ehemaligen Archimedes Rechenmaschinenfabrik Glashütte in Sachsen. Er war als Langzeitrechner zur Lösung von Aufgaben aus Mathematik, Regelungstechnik und Elektrotechnik unter anderem im Einsatz.

Elektronische Rechner der 3. Generation

  • Operationszeiten: Mikro- Nanosekundenbereich
  • Nach 1965 Einsatz von integrierten Schaltkreisen


R 21

Mit dem Einsatz dieser Robotron - Anlage vollzog sich 1972 der Übergang von der 2. zur 3. Rechnergeneration. Dieser Übergang wird neben dem R 21 entscheidend durch die Anlagen des einheitlichen Systems der elektronischen Rechentechnik (ESER) geprägt, das gemeinsam von den 6 RGW-Ländern in einem Entwicklungszeitraum von weniger als 4 Jahren geschaffen wurde. Es vereinigte in sich mehrere leistungsmäßig abgestufte Modelle von Zentraleinheiten und ein breites Spektrum peripherer Geräte.


Diese mit integrierten Schaltkreisen in Hybridtechnik ausgestatteten Rechenanlagen waren gekennzeichnet durch eine neue Verarbeitungsweise, die dem Anwender wesentliche Vorteile bot. Dazu gehörten insbesondere:

  • Multiprogrammierung
  • ein leistungsfähiges Plattenbetriebssystem
  • Parallelbetrieb von Zentraleinheit und Ein- und Ausgabeeinheit
  • Einsatz von Wechselplattenspeichern hoher Kapazität mit direktem Speicherzugriff
  • Zykluszeit von 875 ns und Zugriffszeit von 520 ns.


In den folgenden Jahren fand u.a. mit der ES 1040 eine Weiterentwicklung statt. Sie erreichte eine Leistung von 380.000 Operationen/sek.


Robotron 4000


Dieser vom Kombinat Robotron Dresden produzierte Mehrzweckrechner stellte den Kern des Rechnersystems robotron 4000 dar. Er hatte eine Speicherkapazität bis zu 32 K Worte. Zur Standardausrüstung des Rechners gehörte eine Bedienkonsole, die sich an der Stirnseite des Rechnerschrankes befand. Sie enthielt alle notwendigen Elemente zur Steuerung und Prüfung des Rechners.

Die Operationszeit betrug ca. 10 Mikrosekunden.


Datenerfassungsgerät robotron 1370

Diese vom VEB Robotron Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt hergestellte Datenerfassungsgerät war sowohl in zentralen Datenerfassungsstellen, als auch unmittelbar am Entstehungsort der Daten einsetzbar.

Sie gestatteten neben der Datenerfassung auch die Erstverarbeitung der Daten und deren programmierbare logische und formale Prüfung. Die bewährten Magnetbandkassetten sicherten eine problemlose Direktverarbeitung am Rechner oder über einen Konvertierer.
In Verbindung mit der ebenfalls in Karl-Marx-Stadt gebauten Magnetbandeinheit MBE 4000 stellte es eine kleine EDVA dar.


Mikrorechner K 1620


Dieser Rechner, gebaut im Kombinat Robotron stellte das Grundmodell der Rechnerfamilie K 1600 dar. Er war ein Rechner der dritten Generation mit 16 Bit Verarbeitungsbreite und einem Adressierungsbereich von 32 K Worte. Der Mikrorechner wurde über ein Bildschirm-Ein-/ Ausgabegerät bedient, welches auch die Funktion einer Rechnerkonsole übernahm. Entsprechend dazu angeordnete Datenträger-Ein/ Ausgabegeräte und der Drucker bildeten den Bedienkomplex. Zum Peripheriesortiment des Rechners gehörten u.a. Kassettenmagnetband-, Folienspeicher- und Lochbandeinheiten sowie Lochkartenleser. Als externe Speicher dienten noch Magnetbandgeräte und Kassettenplattenspeicher.


Datensammelystem (DSS) R 4230


Das DSS R 4230 wurde gegen Ende der 70er Jahre von Robotron Zella-Mehlis gebaut und war mit höchstintegrierten Schaltkreisen und Mikroprozessoren ausgestattet. Damit begann eine neue Generation bei der Erfassung von Daten. Die Lochkarte war nunmehr überflüssig geworden. Das Datensammelsystem bot folgende Leistungen:

  • Rationelle und sichere Erfassung von Daten
  • zentrale Sammlung der über die Datenstation eingegebenen Daten auf einen Zwischenspeicher (Fest-/Wechselplatte)
  • computergesteuerte Aufbereitung und Verarbeitung der Daten
  • Datenausgabe auf computerkompatiblem Magnetband sowie off-line Weitergabe der Magnetbänder an die zentrale EDVA.



Die Systemzentrale des Datensammelsystems R 4230 wurde durch eine Konfiguration des Rechners K 4201 gebildet. Sie steuerte den Systemablauf und übernahm die zentrale Aufgabe der Datenkontrolle, -aufbereitung und Datenvorverarbeitung.
An Bildschirmplätzen (Datenstationen) konnten schon während des Eingabeprozesses Daten auf Fehlersicherheit geprüft werden. Ein Datensatz konnte maximal 256 Zeichen beinhalten.
Gegenüber der bisherigen Datenerfassung mittels Lochkarten erhöhte sich die Effektivität um 50%.
Weiterentwicklung in den Folgejahren: Datensystem A 5220 aus Zella-Mehlis.


EC 1055 M


Mit dem robotron - Rechner EC 1055 M um 1981 konnte die rasche Abarbeitung umfangreicher Routinearbeiten und die zuverlässige Lösung technisch-ökonomischer Berechnungen erledigt werden. Er wurde vor allem als Leitrechner in Rechnerverbundnetzen genutzt und erreichte eine Operationsgeschwindigkeit von 480.000 Operationen/sek. Unter Nutzung der Hauptspeichervarianten von 1M-Byte, 2M-Byte und 4M-Byte, einer variabel anschließbaren leistungsfähigen Peripherie für Nah- und Fernverarbeitung sowie den Betriebssystemen stand er für die Lösung jeder Aufgabe als sehr flexibles Modell zur Verfügung.

Ein weiterentwickelter Bedien- und Serviceprozessor mit wahlweise 2 Bildschirmen und einem Seriendrucker dienten der Bedienung und Wartung des Systems und der Diagnose.

Büro-, Personal-, Arbeitsplatz-, Mikro- und Kleincomputer


Bürocomputer A 5110


Vom VEB Büromaschinenwerk Sömmerda - 1981 entwickelt -, präsentierte sich speziell der Bürocomputer A 5110 als ein komplettes Tastatur-Druckergerät in Auftisch-Ausführung für die Belange der Buchungs-, Fakturierungs- und Abrechnungstechnik. Der BC verwendete als Rechen- und Steuerteil einen leistungsfähigen Mikrorechner aus der Familie robotron K 1520 auf Basis von 8-Bit-Verarbeitungsbreite.

Im erweiterten Grundmodell konnten als externe Baugruppen ein Bildschirmgerät und eine Floppy-Disk-Einheit angeschlossen werden. Das Nutzerprogramm befand sich in einer Diskettenbibliothek und wurde zum Arbeitsbeginn in den Hauptspeicher geladen.


Bürocomputer A 5120


Der VEB robotron Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt stellte nach 1980 die Bürocomputer A 5120 und A 5130 her, die Funktionssteuerung übernahmen ebenfalls Module des Mikrorechners robotron K 1520 unter der Regie des Betriebssystems. Der A 5120 hatte als konstruktive Basis Tastatur- Bildschirm- und Auftischgerät. Durch Bereitstellung eines Seriendruckers (S 1152 bzw. S 1154) und weiteren 8 "- und 5 ¼"-Disketten- oder Kassetten-Magnetband-Laufwerken war eine Leistungserhöhung möglich.


Bürocomputer A 5130

Der A 5130 vereinigte in einem Grundmodell als Standgerät Drucker, Tastatur und variabel anschließbare Externspeicher (Diskette, Magnetband, Kassette). Als Sitzarbeitsplatz mit dem drehbar angeordneten Bildschirm galt er als bedienfreundlich.


Lerncomputer LC 80


Der vom Kombinat Mikroelektronik entwickelte Lerncomputer LC 80, konzipiert als Lehr- und Lerngerät, kam ab 1983 in den Schulen zum Einsatz. Er ließ sich für einfache Steuerungsreglungen oder Spiele und für einfachste akustische bzw. musikalische Spiele einsetzen.

Lern- und Schul-Computer Z 1013

Ab 1984 brachte Robotron Elektronik Riesa die Mikro-Rechner-Bausätze Z 1013 auf den Markt. Sie boten schon etwas mehr Komfort, einmal von der Speicherkapazität (16-K-Byte) und zum anderen von der Programmierung. Die Z 1013 waren besonders zum Kennenlernen des Schaltungsaufbaus von Mikrorechnern und als Lernsystem für Anfänger geeignet.


Kleincomputer KC 85


Zeitgleich stellte das Röhrenwerk "Wilhelm Pieck" Mühlhausen die Kleincomputer KC 85/2, später noch die KC 85/3 und den leistungsstärkeren KC 85/4 her. Sie bestanden in der Regel aus einem Grundgerät, einer alphanumerischen Tastatur und diversen Zusatzmodulen. Weiterhin existierten verschiedene Programme zur Computergrafik, Textverarbeitung, zur Ausbildung und zum Spielen. Zur Anzeige und Datenspeicherung dienten die handelsüblichen Fernsehgeräte bzw. Kassettenrecorder. Der Ausdruck von Daten war über einen Drucker z.B. K 6313 oder auf einer Schreibmaschine möglich.


Arbeitsplatzcompute rA 7150

Im Büromaschinenwerk Karl-Marx-Stadt bzw. im Robotron Elektronik Dresden wurden u.a. der Computer K 8924, der CM 1910, sowie die Arbeitsplatz-Computer A 7100 und der weiterentwickelte A 7150 gebaut. Diese ab 1986 produzierten Arbeitsplatz-Computer basierten auf dem neu entwickelten 16-Bit-Prozessoren U 8000. Sie waren universell einsetzbar durch den Anschluss mit einem Grafik-Tableau K 6405 aus Hoyerswerda bzw. mit den Plottern robotron Reiss K 6411/K 6418, den Digitalisierungsgeräten K 6401/ 6404 oder mit den Nadeldruckern K 6313/K K6314 für CAD/CAM-Arbeitsplätze.


Personalcomputer PC 1715


Der Personalcomputer PC 1715 mit einer Verarbeitungsbreite von 8 Bit wurde ab 1985 im Büromaschinenwerk Sömmerda serienmäßig produziert. Er bestand aus der Rechner- und Bildschirmeinheit, die grafikfähig war, und der Tastatur.


Personalcomputer EC 1834

Der gleiche Betrieb stellte ab 1987 die neue Computer-Generation EC 1834 als 16-Bit-Rechner her.

A 5105

Von Robotron Messelektronik "Otto Schön" Dresden wurden 1988 der Bildungscomputer (BIC) A 5105 als 8-Bit-Rechner für Schulen hergestellt. Tastatur und Grundgerät waren zusammengesetzt und der Monitor aufgesetzt. Er besaß ein 5 ¼-Zoll-Laufwerk.


Kleincomputer KC 87


Der gleiche Betrieb produzierte den Kleincomputer KC 87. Er war wie seine Vorgänger mit dem Mikroprozessor-System U 880 D ausgestattet. Der KC 87 ist eine Weiterentwicklung des KC 85/1. Er hatte gegenüber dem Vorgänger die Möglichkeit einer Speichererweiterung. Dieses Kompaktgerät war mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte und Erweiterungsbaugruppen versehen. Außer seinem Einsatz in der Volkswirtschaft und im Bildungswesen eignete er sich ebenfalls als Heimcomputer.


Büro- und Arbeitscompter K 8915


Der Computer K 8915 mit separatem Disketten-Laufwerk (5 ¼-Zoll-Laufwerk) wurde 1988 im VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis gebaut.


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