Elektro-Museum


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Chronik des Vereins

Der Verein

Die Chronik des Thüringer Museum für Elektrotechnik Erfurt e.V.


Vorwort

Die Nutzung der elektrischen Energie war und ist Grundlage für die Entwicklung der modernen Industriegesellschaft. Die zunehmende Anwendung von Elektrotechnik und Elektronik hat die Gesellschaft seit über 100 Jahren technisch, wirtschaftlich und damit auch sozial entscheidend geprägt. Im Laufe dieses Prozesses spielten auch Handwerk und Industrie in Thüringen eine wichtige Rolle. So schufen zum Beispiel die Thüringer Glashütten die Voraussetzungen für die Entwicklung und Produktion von Röntgen- und Elektronenröhren, und die Hermsdorfer Porzellanindustrie war richtungsweisend für den Bau von Hochspannungsisolatoren. Im ehemaligen Funkwerk Erfurt wurden noch bis ins Jahr 1990 Oszillographenröhren sowie verschiedene Messgeräte-Typen hergestellt.

Der mit der Wende verbundene industrielle Umbruch führte zu der Gefahr, dass viele der für diesen Wirtschaftsbereich typischen und damit auch technik-historisch interessanten Maschinen, Ausrüstungen, Technologien und Dokumentationen unwiederbringlich verloren gehen. Es galt also, sehr schnell eine Vielzahl solcher Sachzeugen zu erhalten, so weit das möglich und sinnvoll war. Aus diesem aus der damaligen Situation gebotenen Anlass gründeten vor zehn Jahren, am 15. September 1990, Handwerker, Ingenieure, Angestellte, Ruheständler- darunter auch einige ehemalige Funkwerker- den Förderverein ELEKTROMUSEUM Thüringer Museum für Elektrotechnik e. V. Der Verein wollte neben der reinen Sammel- und Dokumentationstätigkeit auch möglichst viele analoge Initiativen auf dem Gebiet der Geschichte der Elektrotechnik in Thüringen zusammenbringen und weitere Aktivitäten auslösen und fordern. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stand jedoch immer der Aufbau eines technischen Spezialmuseums in der Thüringer Landeshauptstadt, das die Reihe der bereits vorhandenen musealen Einrichtungen in besonderer Weise erweitern soll.
Inzwischen ist der Fundus des Vereins durch viele Sachzeugen aus der Geschichte der Elektrotechnik und Elektronik wesentlich erweitert worden. In unserem Besitz befinden sich zum Beispiel einige Maschinen und Anlagen aus der Röhrenproduktion des Funkwerkes. Manche Mitglieder haben private Sammlungen, wie zum Beispiel zur Entwicklung der elektrischen Messtechnik oder zur Rundfunk- und Fernsehgeschichte, für die Arbeit des Vereins auch leihweise zur Verfügung gestellt.
Nach mehreren Umzügen unserer Museumslagerstätte und mühevoller Kleinarbeit der Vereinsmitglieder konnten wir unter wesentlicher Mithilfe der LEG, der TEAG, der Fakultät für Architektur der Fachhochschule Erfurt und weiterer Einrichtungen am 30. September 2000 in unserem neuen Domizil in der Erfurter Schlachthofstraße 45 mit einer ersten Ausstellung an die Öffentlichkeit treten. Die Eröffnung wurde von der Thüringer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski vorgenommen.
Auf einer Gesamtfläche von nahezu 300 m2 wurden Exponate aus der Entwicklung der Elektrotechnik und der Elektronik aus folgenden Themenbereichen dargestellt:

- Die Stromgeschichte Thüringens „Licht und Kraft für alle„

- Büro- und Rechentechnik
- Rundfunktechnik
- Fernsehtechnik
- Elektronenröhren / Hochvakuumtechnik
- Elektrische Haushaltsgeräte
- Elektrische und elektronische Messtechnik
- Elektrokeramik
- Elektroakustik

Außer diesen Bereichen waren thematische Wechselausstellungen vorgesehen.

Mit dieser Darstellung eines der vielseitigsten Gebiete der Technik- und Industriegeschichte wollen wir neben allen interessierten Bürgern und vielen Sammlern insbesondere auch die Schülerinnen und Schüler der Thüringer Schulen ansprechen, um so mitzuhelfen, bei jungen Menschen Interesse für naturwissenschaftliche und technische Probleme, für einen technischen Beruf oder für ein entsprechendes Studium zu wecken. Dafür wurde im Rahmen des Museums ein Laboratorium eingerichtet, in dem Schülern die Möglichkeit gegeben wurde, unter fachkundiger Anleitung Untersuchungen und Messungen an elektrischen und elektronischen Bauelementen und Baugruppen durchzuführen, sowie auch kleinere Versuche auszuführen, für die in den Schulen im allgemeinen nicht die entsprechenden Voraussetzungen bestehen. Hier arbeiteten wir mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM ) zusammen.

Die Chronik des Thüringer Museum für Elektrotechnik Erfurt e.V.


  • 11.05.1990 Eine Initiativgruppe beschließt die Vereinsgründung
  • 15.9.1990 Gründung des Vereins Elektromuseum Thüringen e.V.
  • 3.-5.10.1990 Erste Ausstellung des Vereins anlässlich der „efa 90“ auf der Erfurter Gartenbauausstellung EGA
  • Ab 1991 erste monatliche Zusammenkünfte im Erfurter Volkskundemuseum
  • September 1991 Besuch des Traditionskabinett des Elektrohandwerks im Erfurter Gildehaus
  • 17.-30.9.1991 Ausstellung „100 Jahre Drehstrom-Fernübertragung im Erfurter Stadtplanungsamt am Fischmarkt
  • 5.-9.5.1992 Ausstellung historischer Rechentechnik, elektronischer Messtechnik und Hochvakuumtechnik auf der COM / 92 auf dem Gelände der EGA
  • Seit 1992 Ständige Ausstellung „Rundfunktechnik und elektronische Messtechnik“ in der AEG-Niederlassung Erfurt /Arnstädter Strasse
  • 1991 die regelmäßigen Zusammenkünfte finden nun in der Schülerakademie Erfurt statt.
  • 17.6.1992 Exkursion des Vereins zu historischen Umspannwerk Jena – Nord
  • 21.-23.3.1992 Ausstellung historischer Rundfunktechnik, elektronischer Messtechnik und elektrischer Antriebe zur „efa /92“
  • 4.-8.5.1993 Ausstellung „400 Jahre Rechentechnik“ anlässlich der COM 93
  • 3.6.1993 Physikalisches Kolloquium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt zum 75. Todestag von Ferdinand Braun
  • ab 1993 regelmäßige Zusammenkünfte der Vereinsmitglieder in der AEG-Niederlassung Erfurt
  • Dezember 1993 Die Illustrierte „Stern“ berichtet deutschlandweit in der Weihnachtsausgabe Nr. 52/93 über die Pläne des Elektromuseums
  • April 1994 Ausstellung „40 Jahre Fernsehempfang in Thüringen“ in der RFT-Filiale Erfurt und danach
  • bis Februar 1995 in der AEG-Niederlassung Erfurt und danach
  • bis März 1995 in der Pädagogischen Hochschule Erfurt
  • im Jahr 1994 Einrichtung eine Lagerfläche im „Kanonenschuppen „ am Dom
  • 22.6.1994 Physikalisches Kolloquium an der Pädagogischen Hochschule zum 100. Todestages von Heinrich Hertz
  • Oktober 1994 Projektbeginn „Kraftwerk Brühl“ – erste Vorstellungen zu einem Museumsgebäude
  • 1.5.1995 Unser Vorstandsmitglied Herr Kremer wird nach München versetzt
  • 14.6.1995 Physikalische Kolloquium and der Pädagogischen Hochschule Erfurt zum 150. Geburtstag von W.C. Röntgen
  • Ende 08.1995 Umzug unseres Archivs in das ehemalige Pförtnerhaus des Funkwerk Erfurt
  • In 1995 Ausstellungen in der IHK und der Dresdner Bank
  • 2.9.1995 1. Thüringer Radio- und Flohmarkt
  • 1.12.1995 Zwei ABM-Kräfte (Herr Pietsch und Herr Helm) beginnen mit der Archivierung
  • Ende 1995 Einrichtung eines provisorischen Archivs für den gesamten Buch und Zeitschriftenbestand in der Peter Cornelius Strasse
  • 21.2.1996 DIA - Vortrag von Dr. Dr. Henninger über die Thüringer Museen
  • 8.5.1996 Teilnahme an einer Fachberatung des Deutschen Museumsverbandes im Stadtmuseum Erfurt
  • 22.5.1996 Besuch des alten Kraftwerks und des neuen Heizhauses in der Iderhoff- Strasse Erfurt
  • 12.6.1996 Umzug des gesamten Museumsfundus vom ehemaligen Funkwerk in die Lagerräume der Optima- Erfurt
  • 31.12.1996 372 von Mitgliedern geleistete Arbeitsstunden
  • 8.9.1996 Öffnung unseres Fundus für die Öffentlichkeit anlässlich des 2. Brühlfestes ( ca. 3000 Besucher)
  • Februar 1997 Sonderausstellung im Stadtmuseum Erfurt „Rembrand &Co“ (6Führungen durch Herrn Lorenz, 1133 Besucher, 129 Schüler)
  • Januar 1997 Erneute Anstellung von 2 ABM-Kräften (Herr Hesse und Frau Funke)
  • Mitte 1997 Beteiligung an einer Ausstellung im Apoldaer Glockenmuseum
  • 28.08.1997 Führung von Berufsschulen durch unseren Fundus
  • 13.9.1997 erste Ausstellung zum Tag des öffentlichen Denkmals
  • 18.11.1997 Besuch und Führung im alten Kraftwerk Erfurt- Gispersleben
  • 31.12.1997 359 von Mitgliedern geleistete Arbeitsstunden
  • 20.5.1998 erstes Büro in der Schlachthofstrasse 45
  • Mai 1998 Messgeräteausstellung in den Räumen der TEAG in der Schwerborner Strasse
  • 11.7.1998 Beteiligung an der Ausstellung „75 Jahre Thüringer Stromnetz“ auf der EGA
  • 22.7.1998 Kolloquium zur Ausstellung
  • 6.9.1998 2. Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals
  • 28.09.-10.10.98 Ausstellung im Thüringen Park gemeinsam mit dem Radio-Museum Bremen
  • 31.12.1998 520 von Mitgliedern geleistete Arbeitsstunden
  • 2.1.1999 Beginn der Vorbereitung des Auszug aus den Räumen der Optima Erfurt
  • Mai 1999 Besichtigung und Verhandlungen mit der LEG und dem Stadtrat über mögliche neuer Museumsunterkünfte in der Stadt Erfurt
  • September 1999 Umzug in die ehemaligen Räume des Rechenzentrums in der Schlachthofstrasse 45
  • 31.12.1999 1104 von Mitgliedern geleistete Arbeitsstunden
  • ab 01.2000 Inventarisieren und Einrichten unseres Museumsgebäudes
  • April 2000 Beginn der Gestaltung der Ausstellungsräume durch Studenten der Fachhochschule Erfurt
  • 30.09.2000 Eröffnung der ständigen Ausstellung des Elektromuseums durch die Ministerin für Wissenschaft Frau Prof. Dr. Schipanski

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